Der Weg der Flüchtlinge

Die Flüchtlingsunterkunft Am Ostpark

Die Flüchtlingsunterkunft Am Ostpark ist – anders als die kommunale Unterbringung der Flüchtlinge in Grevendicks Feld – als temporäre Flüchtlingsunterkunft geplant und soll bei nachlassendem Bedarf wieder geschlossen werden. Dies kann einige Jahre dauern.
Bis zu 120 Menschen werden in den Klassenräumen der früheren Hauptschule in der Davidisstraße untergebracht. Die Flüchtlinge leben in der Regel zu zehnt in in einem Raum. Als sanitäre Einrichtungen dienen die ehemaligen Schultoiletten sowie Dusch- und Toilettencontainer im Hof der Schule. Träger der Einrichtung ist die Caritas.

Ziel der Stadt Dortmund ist es bei dieser, aber auch allen anderen Flüchtlingsunterkünften, den Menschen so früh wie möglich einen Umzug in eine eigene Wohnung zu ermöglichen.

Der Weg der Flüchtlinge (Schaubild)

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Erstaufnahmeeinrichtung

Flüchtlinge, die die BRD erreichen, können bei allen Behörden einen Asylantrag stellen. Sie werden dann zunächst zu einer Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) geleitet. Dabei handelt es sich in der Regel um große, oft eingezäunte Gelände mit Polizei, ärztlicher Versorgung, Schlafsälen und Speisesälen für i.d.R. mehrere hundert Personen. In einer EAE werden die Ankommenden registriert, von der Asylbehörde über ihre Fluchtgründe befragt und erhalten eine Asylverfahrenberatung. Die Flüchtlinge erhalten eine Aufenthaltsgestattung, die ihnen erlaubt, in Deutschland zu bleiben, bis über den Asylantrag entschieden ist. Danach werden die Asylsuchenden nach einem speziellen Verteilungsschlüssel (Königsteiner Schlüssel) auf die Bundesländer verteilt. Ein in Dortmund registrierter Asylsuchender muss dabei nicht in NRW bleiben; er kann auch in jedem anderen Bundesland zugeteilt werden.

Erstaufnahmeeinrichtung Hacheney

Die Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) in Dortmund Hacheney ist eine Einrichtung des Landes NRW. Derzeit gibt es in Nordrhein-Westfalen zwei EAE, in Dortmund und in Bielefeld. Weitere EAE sind in Planung. Die EAE in Hacheney kann bis zu 350 Flüchtlinge aufnehmen. Ist die EAE überfüllt, stehen weitere temporäre Unterkünfte (z.B. Unna Massen) bereit. Diese Unterkünfte und die EAE unterscheiden sich in Ihrer Funktion grundlegend von einer kommunalen Flüchtlingsunterkunft.
Träger der Einrichtung ist European Homecare.

Kommunale Flüchtlingsunterkunft

Kreise und Städte sind verpflichtet, nach dem Königssteiner Schlüssel eine Anzahl an Flüchtlingen unter zu bringen. Diese kommunalen Flüchtlinge können in Großunterkünften oder eigenen Wohnungen untergebracht werden. Die Ausgestaltung der Unterbringung unter liegt oft politischen Gesichtspunkten. Erfahrungen mehrere Städte haben ergeben, dass die Unterbringen von Flüchtlingen in Wohnungen wesentlich kostengünstiger ist, als die Unterbringung in Großunterkünften.

Die kommunale Flüchtlingseinrichtung Grevendicksfeld

Die kommunale Flüchtlingsunterkunft Dortmunds liegt in Lütgendortmund, im Grevendicksfeld. Dort können bis zu 300 Flüchtlinge aufgenommen werden. Es handelt sich i.d.R. um Erwachsene Flüchtlinge und Familien. Die Flüchtlingen bleiben normalerweise maximal 6 Monate in der Flüchtlingsunterkunft; danach werden sie in Wohnungen im Dortmunder Stadtgebiet vermittelt.
Der Träger der Einrichtung ist European Homecare.

Der Königssteiner Schlüssel

Mit dem Königssteiner Schlüssel wird die gemeinsame Finanzierung zwischen dem Bund und der Länder festgelegt. Der Name ist nach dem Königssteiner Staatsabkommen von 1949 benannt. Die Quote für die Anzahl der Flüchtlinge für jedes Jahr wird anhand der Steuereinnahmen und der Bevölkerungszahl der Bundesländer berechnet. Bei hohem Flüchtlingsaufkommen kann sich der Schlüssel auch im Laufe eines Jahres verändern. Weitere Informationen erhalten Sie über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und bei Wikipedia.

Das Dublin-Verfahren

Über das Dublinverfahren wird festgestellt, welcher Staat für die Prüfung eines Asylantrags zuständig ist. Dadurch soll sichergestellt werden, dass jeder Asylantrag nur von einem Mitgliedstaat inhaltlich geprüft wird.
Zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ist mit dem Antragsteller vorab ein persönliches Gespräch zu führen. Stellt ein Mitgliedstaat fest, dass ein Asylantrag in einem anderen Mitgliedstaat zu bearbeiten ist, stellt er ein Übernahmeersuchen/Wiederaufnahmeersuchen an den betreffenden Mitgliedstaat. Stimmt dieser zu, erhält der Antragsteller hierüber Mitteilung in Form eines Bescheides. Die Überstellungsmodalitäten werden zwischen den Mitgliedsstaaten vereinbart.
Flüchtlinge, die über ein sogenanntes „sicheres Drittland“ nach Deutschland einreisen, können hier keinen Asylantrag stellen, sondern müssen in dasjenige EU-Land zurück reisen, in dem sie zuerst europäischen Boden betreten haben. Durch die geographischen Gegebenheiten reisen Flüchtlinge in der Regel über ein sog. „sicheres Drittland“ ein.

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Das Jugendamt der Stadt Dortmund betreut derzeit mehr als 400 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (in der Behördensprache werden sie oft mit UMFs abgekürzt). Die Kinder und Jugendlichen kommen insbesondere aus den Krisengebieten des Nahen Ostens, aus Syrien und dem Irak. Die Mehrzahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die in Deutschland ankommen, sind männlichen Geschlechts. Viele Mädchen schaffen den Weg in den Westen nicht.
Kindern und Jugendlichen als schwächste Flüchtlingsgruppe gilt ein besonderer Schutz. In Deutschland versucht man daher, ihnen die Aufnahme und Integration zu erleichtern. In Dortmund werden die Kinder und Jugendlichen zunächst in zwei Clearinghäusern (in Trägerschaft von AWO und Caritasverband) betreut, wo sie neben einer Unterkunft, psychologischer Unterstützung und der Hilfe bei behördlichen Angelegenheiten auch ersten Sprachunterricht erhalten. Später werden die UMFs in betreute Wohneinheiten vermittelt. Den Kindern und Jugendlichen werden Amtsvormünder zur Seite gestellt. Aufgrund der großen Engpässe in diesem Bereich werden den Amtsvormündern immer wieder ehrenamtliche Vormünder zur Seite gestellt.

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